Projektmanagement-Planspiele für den Einsatz in der Lehre

Gutes Projektmanagement  ist wichtig für das Gelingen von Projekten. Doch wie trainiere ich erfolgreiche Projektmanager? Zwischen Büffeln trockener Theorie und dem Wurf ins kalte Wasser bei einem realen Projekt in der Praxis gibt es eine weitere Möglichkeit: den Ernstfall spielen. Mit Projektmanagement-Planspielen

Kompetenzfelder der ICB 4.0.

Die Angebote sind vielfältig: Von haptischen Brettspielen bis hin zu virtuellen Simulationen am PC. Vom Bauen eines Lego-Turms bis hin zum Leiten eines Zoos. Vom Single-Player-Game bis hin zur Wettbewerbs-Simulation mehrerer Teams gegeneinander. Für jede Zielgruppe gibt es das richtige Planspiel.
Für Planspiele entsteht derzeit ein Portal: pm-planspiele.de In dem Portal sind Planspiele gelistet, die selektiert werden können nach verschiedenen Auswahlkriterein und welche Kompetenzen nach der ICB 4.0 mit dem Spiel vermittelt und trainiert werden können. Das Portal wird entwickelt von einer Projektgruppe an der Hochschule Augsburg unter der Leitung von Claudia Stöhler und gefördert von der SAGSAGA e.V. und der Fachgruppe PM an Hochschulen der  GPM e.V.    
 

Lego Turmbau:

Ein Beispiel für ein kurzes haptisches Planspiel (45 Min) der Autorin mit einer  Anleitung. Das Spiel steht zur freien Verfügung, über Fotos der gebauten Türme freue ich mich. Dieses Spiel eignet sich für den Einsatz in der Lehre an Hochschulen, Universitäten und weiterführenden Schulen. Insbesondere zu Beginn einer Projektarbeit oder einer theoretischen Veranstaltung können mit dieser Übung in kurzer Zeit Prinzipien eines Projektes erfahrbar gemacht werden. Eine anschließende Reflexion ermöglicht es, Erkenntnisse hierzu zu ziehen, die im späteren Verlauf der Veranstaltung genutzt werden können.

Projekttag der Hochschule Augsburg 28.7.2017 – Planspiele im Test

Dauer: 45 bis 90 Minuten, abhängig von der Teilnehmerzahl (Erklärung5Min-Planung15Min-Steine kaufen3Min-Bauen7Min-Reflexion15Min)
Teilnehmer: Je Team werden 3-5 Teilnehmer empfohlen, Konkurrenzsituationen mehrerer Teams sind möglich.
Ausstattung: Legosteine, 250 Stk. für ein Team. Wenn mehrere Teams gebildet werden, dann können die Teams hintereinander spielen, oder mit einer entsprechend höheren Anzahl von Steinen parallel. Meterstab zum Messen der Turmhöhe, Stoppuhr zum Messen der Bauzeit, Papier:Vorlage1 und 2

Spielablauf                

  1. Die Teilnehmer müssen sich in Teams zusammen finden.
  2. Anschließend wird ihnen die Aufgabenstellung und der Spielablauf mündlich erklärt: „Sie sollen einen möglichst hohen (gewünscht >100cm) und schönen Turm bauen, der mindestens 20 Sekunden frei stehen bleibt, dabei sollen Sie einen möglichst großen Gewinn erwirtschaften. Hierfür werden Ihnen Rahmenbedingungen mit den jeweiligen Kosten und Erlösen mitgegebenen, so dass Sie Überlegungen anstellen können“: Planungszeit, Bauzeit, Legosteine und eine schwammige Erklärung was der Auftraggeber als „schön“ empfindet.
  3. Nach der Planungsphase, die maximal 20 Minuten andauert  (der Spielleiter stoppt die Zeit), muss jedes Team einen schriftlichen Plan abgeben mit :
  • Anzahl zu beschaffender Legosteine
  • Geplante Bauhöhe
  • Geplante Bauzeit
  • Skizze des zukünftigen Turms
  1. Dann werden die Legosteine aus der Kiste „eingekauft“, drei Minuten Zeit stehen dafür zur Verfügung.
  2. Nun beginnt die Bauphase, die maximal 7 Minuten betragen darf (der Spielleiter stoppt die Zeit), der Auftraggeber soll in der Bauphase gerne das Team mit Änderungswünschen konfrontieren.
  3. Anschließend wird ausgewertet, sprich die Turmhöhe gemessen, das Design durch den Auftraggeber subjektiv bewertet, die verbauten Legosteine gezählt und der Ertrag errechnet . Jetzt kann (anhand des größten Ertrags) im Konkurrenzfall das Siegerteam bestimmt werden.
  4. Anschließend erfolgt eine Reflexion zum Ablauf des Spiels, die anhand von Leitfragen strukturiert werden kann .